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Unsere tägliche Arbeit im Krippen-Bereich

 

In unserem Haus für Kinder gibt es seit dem 1. September 2007 eine Krippengruppe. Zum 1. September 2016 wird eine weitere Krippengruppe in unserem Neubau-Teil eröffnet. Beide Gruppen werden nebeneinander im Erdgeschoss sein. In den Krippengruppe werden jeweils 12 Kinder im Alter von 12 Monaten bis zum vollendeten dritten Lebensjahr von jeweils drei pädagogischen Fachkräften betreut. Die Krippengruppen bestehen aus einem Gruppenraum, einem Schlafraum und einem Wickel- und Toilettenraum.

 

Start in die Krippe

Wenn sich eine Familie für einen Krippenplatz entschieden hat, wird mit ihr ein Termin für ein Aufnahmegespräch vereinbart, zu dem die Eltern ihr Kind mitbringen können. Dieses erste Gespräch dient dem gegenseitigen Kennenlernen, dem Austausch wichtiger Informationen über das Kind und dem Betreuungsvertragsabschluss. Nach der Aufnahme in die Krippengruppe hat jedes Kind eine Probezeit von 8 Wochen, in der das Betreuungsverhältnis von beiden Seiten, ohne Fristeinhaltung, gekündigt werden kann.

 

Damit sich das Kind gut einlebt, Vertrauen zu den neuen Bezugspersonen aufbaut und sich geborgen fühlt, ist es notwendig, dass das Kind die Gruppe an fünf Tagen in der Woche regelmäßig besucht.

Die Eltern gestalten in dieser Zeit das „Ich-Buch“ ihres Kindes. In diesem Buch kann sich das Kind an den abgebildeten Personen und Gegenständen, aus dem Lebensbereich des Kindes, wiederfinden und so Sicherheit gewinnen.

 

Während der gesamten Krippenzeit werden, nach Zustimmung der Erziehungsberechtigten, Fotos von den Kindern gemacht, die die Familien am Ende der Krippenzeit als Erinnerung erhalten. Diese Fotos dienen der Dokumentation der Entwicklung und der Erlebnisse der Kinder.

 

 

Zusammenarbeit mit Eltern

Die Familie ist der wichtigste Lebensort für Kinder in der ersten Lebensphase, die mit der Geburt eines Kindes beginnt. Besonders in der Krippe ist deshalb ein vertrauensvolles Miteinander von Eltern und Betreuungspersonen sehr wichtig. Dazu gehören die Gestaltung der Eingewöhnungszeit, Tür- und Angelgespräche, regelmäßige Elterngespräche, Elternabende und die Wahl der Elternbeirat-Mitglieder.

 

Eingewöhnung, Bindung und Trennung

Die Eingewöhnungszeit gibt dem Kind die Möglichkeit, sich behutsam und allmählich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Es lernt, sich mit den vielfältigen neuen Eindrücken aktiv auseinanderzusetzen und Gefühle von Schmerz und Trauer bei der Trennung zu bewältigen. Die pädagogischen MitarbeiterInnen bauen in dieser Zeit eine Beziehung zum Kind auf. Für diesen Lernprozess braucht das Kind unbedingt die Unterstützung seiner Eltern. Deshalb ist es notwendig, dass sich die Eltern für die Eingewöhnungsphase ihres Kindes vier bis sechs Wochen Zeit nehmen, sich an Absprachen und die vereinbarten Abholzeiten halten, sowie durchgehend telefonisch erreichbar sind. Die pädagogischen MitarbeiterInnen entscheiden, wann das Kind mit der neuen Situation überfordert ist und deshalb früher als vereinbart abgeholt werden muss. Nur durch diese Verlässlichkeit der Eltern kann das Kind Vertrauen zu den neune Bezugspersonen in der Kindertageseinrichtung aufbauen. Zum Abschluss der Eingewöhnungsphase bieten wir den Eltern ein Reflexionsgespräch an. Wichtige Informationen entnehmen Sie bitte dem Flyer, der Ihnen beim Aufnahmegespräch ausgehändigt wird.

 

Gruppenfähigkeit

Für Kinder geht von Kindern ein ganz besonderer Reiz aus. Sie sind bereits mit wenigen Monaten in der Lage, Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen. Deshalb ist uns die Gruppenbindung in der Krippe wichtig, aber auch der Kontakt zu allen Kindern im Haus, also auch zu den Kindergarten-Kindern und Schulkindern. In der Gruppe lernen die Kinder, sich selbst und die anderen Kinder als Individuen wahrzunehmen. Wir bieten den Kindern verschiedene Erfahrungsbereiche/Lernfelder an, die ihrem Bedürfnis zu lernen entsprechen. Die Kinder versuchen erste Grenzen auszutesten. Sie erhalten die Möglichkeit, sich aktiv mit Konflikten auseinanderzusetzen, sich zu behaupten aber auch nachzugeben und Konfliktlösungsmöglichkeiten kennen zu lernen. Grenzen zu setzen ist deshalb für das Kind nicht nur wichtig, sondern notwendig, um daran zu wachsen. Aus dieser Entwicklung entsteht eine positive Gruppenfähigkeit.

 

Autonomie

Auf dem Weg zur Selbstständigkeit oder „Hilf mir es selbst zu tun.“

(Maria Montessori)

 

Auf diesem Weg begleiten wir die Kinder individuell, um ihren Alltag zu verstehen und positiv zu bewältigen. Dazu gehört:

alltägliche Dinge einüben, zum Beispiel: an- und ausziehen, aufräumen, selber essen und trinken, schlafen und Ausruhen können, alleine und gemeinsam Spielen, Hände waschen, Nase putzen, sich eincremen und vieles mehr.

 

Eigene Mitwirkungsmöglichkeiten durch Nachahmung der Erwachsenen entdecken, zum Beispiel: kehren, putzen, Essen kochen, Handwerkern zusehen, Müllabfuhr beobachten...

 

Lösungen für auftretende Probleme finden und Zusammenhänge begreifen, zum Beispiel: über ein Hindernis klettern, Spiegelbilder beobachten, „Wann fällt ein Bausteine -Turm um?“, „Wohin fließt das Wasser?“...

 

Wahrnehmen und Lernen mit allen Sinnen: eigenständige und künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten entwickeln. Dazu gehören Erfahrungen mit elastischen Materialien, die Farbenwelt mit allen Sinnen kennen zu lernen, Sing- und Fingerspiele, sowie Tanz und Bewegung.

 

Mittagessen

Die Krippengruppen haben einen gemeinsamen Speiseplan mit dem Kindergarten und den Schulkindern, jedoch werden die Gerichte den Kindern altersentsprechend angepasst. Wir ermutigen die Kinder zum selbstständigen Essen und Trinken. Wir geben jedem Kind ausreichend Zeit und Raum, um in Ruhe essen zu können.

 

Krippen-Tagesablauf

  • 7:00 Uhr

Öffnung des Hauses für Kinder; Betreuung der Kinder im

gruppenübergreifenden Frühdienst in dem Gruppenraum im Eingangsbereich. Eine pädagogische Krippen-Mitarbeiterin ist in der Regel anwesend.

  • 7:30 Uhr

Tägliches Morgen-Team der MitarbeiterInnen

  • 7:45 Uhr

Beginn der Arbeit in den einzelnen Gruppen; Begrüßung der ankommenden Kinder; Zeit für Einzelbeschäftigungen und Vorbereitungen für den Tag; Freispielzeit; kurze Tür – und Angelgespräche mit den Eltern.

  • 8:30 Uhr

Gemeinsame Brotzeit, anschließend Zeit zum Wickeln

  • 9:00 – 10:45

Zeit für täglich wechselnde Angebote in unterschiedlichen Bereichen, um Impulse zu setzen, Eigenständigkeit zu lernen, auszuprobieren und zu wiederholen. Morgenkreis, angeleitete Spiele und Lernen neuer Lieder, kreative und hauswirtschaftliche Tätigkeiten. Bei schönem Wetter Spielen im Garten.

  • 10:45 Uhr

Zeit zum Wickeln und Hände waschen vor dem Mittagessen

  • 11:15 Uhr

Gemeinsames Mittagessen

  • 11:45 Uhr

Schlafen gehen, beziehungsweise Abholen der ersten Kinder.

Die Krippenkinder, die nicht schlafen, spielen mit einer pädagogischen MitarbeiterIn im Gruppenraum. Kinder, die aus dem Mittagsschlaf aufwachen, gehen nach dem Wickeln mit dazu.

Wenn alle Kinder im Garten sind, gehen auch die Krippenkinder nach dem Mittagessen, bzw. nach dem Schlafen in den Garten.

  • 14:00 Uhr

Nachmittagsimbiss

Wechsel der Krippenkinder zu den Kindern im Kindergarten-Bereich, wenn wir nicht draußen sind.

 

15:30 Uhr Dienstag Ende der Betreuungszeit

16:00 Uhr Montag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag Ende der Betreuungszeit

 

Schlafen Wenn ein Kind zwischendurch müde wird, kann es jederzeit schlafen gelegt werden. Die Zeitspanne beim Schlafen richtet sich nach dem Kind. Wickeln Die Kinder werden zu festen Zeiten am Vormittag, vor und nach dem Schlafen, sowie nach Bedarf gewickelt. Die Wickelzeit ist nicht nur eine pflegerische Tätigkeit, sondern auch eine Zeit, in der sich die pädagogischen MitarbeiterInnen in ganz besonderer Weise dem einzelnen Kind widmen.

 

Brotzeit Wir bereiten mit den Kindern, in unregelmäßigen Abständen, die Brotzeit gemeinsam zu.

 

Die Krippe ist in den Tagesablauf des Hauses für Kinder integriert. Die Krippenkinder haben somit Kontakt zu allen MitarbeiterInnen und den anderen Kindern des Hauses. Wenn in der Krippengruppe eine oder zwei pädagogische MitarbeiterInnen krank werden oder aus einem anderen Grund nicht da sind, vertreten die pädagogischen MitarbeiterInnen aus den anderen Gruppen in der Krippe.